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Neue Helden für den Nexus

Gerade wartet die Spielerschaft von Blizzards neuestem Spielschatz Heroes of the Storm auf den Skelettkönig Leoric, der bald veröffentlicht wird. Für mich ist das ein guter Moment, um mal zu spekulieren, wie es mit Heroes weitergeht.

Im Moment gibt es  mit Leoric 39 Helden, mit denen man auf acht Karten aufeinanderlosgehen kann. Im Vergleich zu den großen Mobas mit über 120 Champions wirken die knapp vierzig Helden recht überschaubar, und an manchen Stellen merkt man dem Gameplay auch stark an, dass es für bestimmte Aufgaben nur ein bis zwei Helden gibt – die dann natürlich dementsprechend umkämpft sind. Blizzard strebt einen Veröffentlichungsrhythmus von drei bis vier Wochen für neue Helden an, dementsprechend wird die Zahl recht flott größer, ohne in absehbarer Zeit die Nähe von Dota oder League of Legends kratzen zu können.

Held Nummer 40 wird ein bislang noch namenloser Mönch aus Diablo 3. Er wird samt einer neuen Karte der Abschluss der Content-Offensive mit dem Titel „Der ewige Konflikt“. Diese Offensive hat die ersten Karten, die direkt mit einer der Spielewelten Blizzards verbunden sind, gebracht. Danaben gibt es während des ewigen Konfliktes eine tägliche Quest, die hundert zusätzliche Goldstücke in die Kassen der Spieler spült – so nervig manchmal die Schatzgoblins werden, diese hundert Gold nimmt man doch sehr gern. Insgesamt gehören vier Helden zum ewigen Konflikt. Johanna, die allerdings ein paar Wochen zu früh ins Spiel kam, der Schlächter, Leoric und der Mönch – alle direkt mit Diablo 3 verbunden sind – zwei Heldenfiguren und zwei Bosse des ersten Aktes. Ja, ich weiß, der Schlächter hatte seinen ersten Auftritt schon im legendären ersten Teil von Diablo – „Ah, fresh meat!“

Relativ sicher kann man sich sein, dass es eine ähnliche Content-Offensive auch zur Veröffentlichung der Starcraft II-Erweiterung „Legacy oft he Void“ geben wird. Auf jeden Fall ist jedem Vorbesteller der Collector’s Edition ein Starcraft-Krieger versprochen. Ein weiteres Fortbewegungsmittel, dass die üblichen Pferde oder Zauberteppiche ersetzt, ist da auch angekündigt. Hat man bei Blizzard das Gefühl, dass thematische Content-Offensiven wie der ewige Konflikt eine sinnvolle Idee sind, wird man hier weiter machen. Der Starcraft-Krieger könnte übrigens Fenix sein, so weit man den Gerüchten glauben kann. Da die Legacy eine Erweiterung auf Protoss-Basis ist, können wir wohl auch davon ausgehen, dass man hier den Focus drauf legen könnte. Bei wiederum vier Helden sollten also zwei weitere Protoss dabei sein.

Bevor ich in völlige Spekulation abdrifte, mal kurz was noch relativ sicher ist: Man hat auf jeden Fall den Orkjäger Rexxar schon andeutungsweise gesehen, ein weiterer Warcraft-Held könnte ein Troll sein, zum Beispiel Zul’Jin. Ein Reittier, dass auf Diablo-Engel Malthael hindeutet, wurde gesichtet – aber da gehen wir schon ins Deuten von Eingeweiden über. Sicher ist sonst eigentlich angenehmerweise nichts.

Damit sich Blizzard seine Freiheiten behält, gehe ich stark davon aus, dass die Content-Offensiven nicht zum Dauerzustand werden, sich also nicht ohne Pause aneinanderreihen. Also kann man immer wieder ein bis vier Helden zwischen solch zusammenhängenden Themen rausbringen. Mit der ersten Offensive in Richtung Warcraft rechne ich erst nach Legay oft he Void, da bisher Diablo und Starcraft die sehr unterrepräsentierten Universen waren. Ziemlich sicher kann man sich auch sein, dass zur Veröffentlichung des gerade in der Alpha steckenden neuen Shooter Overwatch auch dieses Universum seinen Eintritt in den Nexus feiern wird.

Für Warcraft kann ich mir gut vorstellen, dass man Content-Offensiven schmiedet, die thematisch noch mal relativ eingeschränkt sind. Also zum Beispiel eines der Warcraft-Völker featuren, oder als eine Hommage an spezielle Raids oder Erweiterungen von WoW konzipiert werden. Man darf auch nicht vergessen, dass der Warcraft-Film in der Mache ist, auch der könnte in Heroes gefeatured werden – man muss zugeben, dass Blizzard da eine Möglichkeit der Crosspromotion geschaffen hat, die ihresgleichen sucht.

Schau man sich die bisherigen Warcraft-Helden an, so sieht man, dass manchen Völker und Charakterklassen schlicht noch fehlen. Es gibt noch keinen Warlock, Jäger und Priester sind bisher nur in einer komischen Hybridversion namens Tyrande vorhanden. Auch ein reinrassiger Schurke wird noch vermisst. Andere Charakterklassen gibt es in klassischen Ausrichtungen, und dann gleich so klassisch, dass man andere Ausrichtungen vemrisst. Ein Arkanmage wäre gut, ein Feraldruide, Vergelter oder Tank-Palas, und die bisher nach Kriegern aussehenden Muradin und ETC haben keine er Krieger-Trademarks drauf.

In Sachen Völker ist es echt gemein: Es gibt noch gar keinen Gnom, keinen Worgen, keinen Schlumpf, ich mein Draenei. Auf Hordenseite fehlen Trolle noch völlig. Hier bietet es sich natürlich an, die Lücken noch zu schließen. Und wenn man da schon mal bei ist, alle Warcraft-Völker haben ihr eigenes typisches Mount, wir warten da noch auf Kodos und Elekks, auf Roboschreiter und Raptoren.

Meine Wünsche: Gibt es Helden aus dem Warcraft-Universum, auf die ich sehnsüchtig warte? Ja, unbedingt Hogger, der wäre ein Traum. Kel Thuzad wäre auch klasse. Und unbedingt einen Nesingwary – wie wäre es eigentlich mit einer Un’Goro Offensive? Oder Nagrand? Oder Schlingdorntal? Ich mochte die Wildnis-Kartenabschnitte immer besonders. Ich denke, wir haben alle unsere Lieblingsecken in Azeroth und den andere Kontinenten, solche Gegenden zu feiern, wäre ein feiner Zug – auch gerade dann, wenn es nichts mit einer neuen Erweiterung oder ähnlichem zu tun hat. Und nebenbei, also ich habe ja die Trollinstanzen geliebt. Zul Aman, Zul Farrak oder Zul’Gurub, ganz egal. Ich würde da eine Offensive genauso abfeiern – nicht nur in Heroes, sondern auch in Hearthstone – wie eine, die den meines Erachtens allerstimmungsvollsten Raid WoWs thematisiert – auf nach Karazhan!

Im Starcraft-Universum wartet man dringend auf einen Krieger, den es wohl mit Fenix dann irgendwann geben wird. Weitere Helden, von denen hier und da gemunkelt wird, sind Vater und Sohn Mengsk – auch wenn ich mir nicht so direkt vorstellen kann, wie solche Figuren in die Heldenrolle passen. Auch General Warfield wurde schon mal erwähnt. Allerdings werden Menschen und Zerg nicht die ersten Prioritäten sein, die Blizzard angeht, wenn es um Legacy oft he Void geht. Artanis oder Rohana, wichtige Figuren der Erweiterung, könnten eher zu Heroes passen. Vorazun oder ihre Mutter Raszagal wären auch interessante Namen – aber das Problem, dass hier ins Spiel kommt, ist, dass es mit Zeratul schon einen dunklen Templer gibt. Wie viel kann man aus dunklen Templern noch rausholen? Und ganz nebenbei: Auch Zerg sind eher unterrepräsentiert in Heroes, als alter Zerg-Spieler finde ich das bedenklich.

Eigene Wünsche? Mehr Zerg.

Das Diablo-Universum ist gerade gut bedient, so könnte man sagen. Allerdings kann man hier auch seine Phantasie sehr schön spielen lassen. Meistgewünschter Diablo-Charakter ist wohl Deckard Cain the Elder, der als Unterstützer vielleicht irgendwie in den Nexus gebracht werden könnte. Böse Zungen behaupten, er bekäme eine Ulti, die „Stay a while and listen“ heißt und das gewamte gegnerische Team betäubt – kleiner Gag für Diablo-Spieler der alten Schule. Von allen Spielercharakteren fehlt mir eigentlich nur der Totenbeschwörer aus Diablo 2. Naja, und vielleicht ein Hydras setzender Magier. Aber die großen Potentiale sehe ich bei Engeln und vor allem Dämonen. Gerade Duriel oder andere Bosse aus Diablo 2 wären eine wahre Pracht. Die Hexen Adria und Maghda wären weitere Ideen und vielleicht kann man auch aus einfach sehr ikonischen Monstern Sanktuarios mal einen Helden machen – hat ja mit Brightwing/Funkelchen auch funktioniert. Gab es nicht in Diablo 2 diese nervigen Dschungelbewohner, die eigentlich immer aus dreien bestanden? Sowas würde ich ja gern mal als Held spielen.

Ich denke, Heroes bleibt interessant. Schauen wir mal, was alles machbar ist.

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Quick – Blizzcon 2014 Tag I

Diese Nacht war der Beginn der Blizzcon, der Hausmesse des Computerspielgiganten Blizzard. Mit dem virtuelle Ticket war ich zeitweise direkt dabei, ein paar Sachen habe ich heute im Laufe des Tages nachgeschaut. Hier ein kurzer Bericht:
Opening:
(Man verzeihe mir, dass ich die Namen der Protagonisten nicht recherchiere, ich geb lieber weiter, was es so alles gab.) In der großen Zeremonie wurde natürlich zwanzig Jahre Warcraft und zehn Jahre World of Warcraft beschworen. Die vermutlich allgemein bekannteste Fantasyspielwelt überhaupt steht aber gar nicht so sehr im Mittelpunkt der diesjährigen Blizzcon, weil der vielfache beschworene vierte Teil von Warcraft nicht kommt – ein bisschen schade ist das schon – und weil in WoW das neue AddOn kurz vor der Tür steht, da gibt es also nichts so unbedingt Neues zu verkünden.
Nur im Kartenspielableger Hearthstone gibt es eine bald eintreffende Neuerung, die 120 neuen Karten von Goblins gegen Gnome, der ersten Erweiterung für Hearthstone. Das dazugehörende Kamingespräch habe ich aber noch nicht gesehen, kommt noch.
Interessant war, dass im Opening recht deutlich auf das Gamergate referiert wurde, dass klar gemacht wurde, dass Gamer sich auf die Gemeinsamkeiten und nicht auf das Trennende konzentrieren sollen, dass die widerlichen Verhaltensweisen, die das Gamergate ans Licht gebracht hat, von der Blizzardcommunity nicht geteilt werden sollen. Ich hätte mir das sogar noch ein bisschen deutlicher gewünscht – zumal sich ja auch Blizzard manchmal sehr testosterongesteuert gibt.
Die zweite eher kleine Ankündigung betrifft Starcraft II, das mit Legacy of the Void nun endlich zum Abschluss kommt. Dieser dritte Teil soll eine Protosskampagne spielbar machen, die mindestens so umfangreich wird, wie Heart of the Swarm – das aber aufgrund der fehlenden Länge auch hier und da kritisiert worden war. Die ersten Bilder aus Cutscenes und Kampagnenspiel waren auch schon sehr hübsch anzusehen. Blizzard hat in jedem Bereich wirklich gute Konzeptkünstler unterwegs und diese Legacy, dieser Abschluss der Serie wird ein Pflichtkauf. Allerdings geht das bisher gezeigte – die Neuerungen für Mehrspieler kommen erst diese Nacht – in eine Richtung, die sagt, dass wir genau das kriegen, was zu erwarten ist, eine gute Geschichte, einige gut Kampagnenmissionen, aber nichts sensationell Neues.
Für Diablo gibt es erst diese Nacht ein Panel, dort ist nicht mit zu viel Neuem zu rechnen.
Ein großes Ding ist natürlich im Moment Heroes of the Storm, das im Januar in die Closed Beta gehen soll. So closed wird die aber nicht sein, sind doch jetzt schon viele tausend Spieler in der Technical Alpha unterwegs – ich auch. In einem Trailer wurde neue Champions angekündigt, Warcraft schickt Jaina, Thrall und Sylvanas ins Rennen, und aus Blizzards Konsolenvergangenheit werden die Lost Vikings der erste Held, der aus drei Helden besteht. Dazu gibt es noch zwei bis drei neue Maps. Heroes kommt immer mehr ins Rollen. Dem geneigten Beobachter fällt allerdings auf, dass Starcraft und Diablo keine neuen Heroes bekommen.
Ach ja, und war da noch was? Genau, die ganz große Ankündigung war ja auch noch. Overwatch kommt! Blizzard macht jetzt auch in Shooter und das in einem neuen Franchise, denn Overwatch ist in einer relativ fantastischen Zukunft ungefähr in sechzig Jahren auf der Erde angesiedelt. Das Spiel soll rein auf PvP und 6er-Team-Maps ausgelegt werden. Besonderheit? Es gibt wie in Mobas sehr unterschiedliche Helden mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten, die über die Variationen, die bei Team Fortress oder ähnlichen Shootern bekannt sind, hinausgehen sollen. Mich betrifft dieses Spiel eher weniger, Shooter mag ich nicht sonderlich – aber zugegeben, der Cinematic Trailer ist beeindruckend und witzig gemacht, das Gameplay sieht natürlich schon enorm gut aus, scheinbar funktioniert ja eh alles, was Blizz so anpackt.
Nun gut, morgen mehr.

Utøya

Auf der einen Seite kann man ja eigentlich nichts sagen, denn was da vorgestern passiert ist,  ist eigentlich unbeschreiblich. Wie kann ein Mensch sich dazu entscheiden, eine solche geradezu perfekt geplante Massenmordaktion zu starten. Eine Bombe in der Hauptstadt hochgehen lassen, damit alle Rettungskräfte dort sind, wenn er eine Insel überfällt und dort annähernd 90 Menschen erschießt. Sich als Polizist verkleidet, alle zusammenruft und dann das Feuer eröffnet. Wie widerlich das ist, kann man kaum in Worte fassen, mir gelingt das heute auf jeden Fall nicht, vielleicht schafft das irgendwann jemand, aber ich finde im Moment überhaupt keine Worte.

Wie kommt es dazu? Welche Ideen treiben einen Menschen dahin: Nun, zwei Sachen werden bisher klar überliefert. Der Mann ist Christ und Nationalist. Und damit kommen zwei Sachen zusammen, die zum Beispiel schon Robert Ley angetrieben haben – für die geschichtlich Uninteressierten, Ley war Reichsarbeiterführer aus pietistisch geprägtem Bereich. Christ und Nationalist, und das sind wohl klar benennbare Auslöser. Als Nationalist und Rechtsextremist hat er einen Grund, warum es ausgerechnet die Teilnehmer eines sozialdemokratischen Ferienlagers sind, die man umbringen muss. Da wachsen freidenkende junge Leute heran, die natürlich gegen alles stehen, woran man als Nazi so glaubt. Als Christ hängt er einer der monotheistischen Religionen an, die immer auch beinhalten, dass es ja nur einen „richtigen“ Gott gibt, und das alle anderen Menschen, die nicht an diesen einen Gott glauben, minderwertig sind – das funktioniert in den anderen monotheistischen Religionen genauso gut, die afghanischen Selbstmordattentäter überprüfen diese Aussagen fast täglich. Nur wenn man glaubt, dass andere Leben minderwertig sind, dann kann man sie ohne größere Skrupel töten. So hat das in den KZs funktioniert, so kann man Flugzeuge in Hochhäuser jagen oder großflächig Städte und Dörfer bombardieren. Und wenn man geplant eine solche Tat begeht, wie dieser Herrenmensch am Freitag, dann muss man sich verdammt sicher sein, dass nur das eigene Weltbild stimmt.

Um das noch ein wenig deutlicher zu machen. In polytheistischen oder gar pantheistischen Religionen gäbe es eine solche Fixierung nicht, weil man ja weiß, dass jeder den einen Gott mehr und den anderen weniger anbetet, dass es keine eindeutige Wahrheit gibt, es viel eher verschiedene Wege gibt, dahin zu kommen, wo man hin will. In unserer Kultur wird auf Menschen herabgeschaut, die quasi Thor bitten, sie im Gewitter zu verschonen, Mars, ihnen Kraft zu geben, oder die große Mutter um Fruchtbarkeit – als wäre es in irgendeiner Weise vernünftiger an einen Gott zu glauben als an viele. Menschengemacht sind sie ja nun alle. Die monotheistischen Religionen haben einen Gott, der den Rest des Pantheons verdrängt hat, der einen Absolutheitsanspruch erhebt, und damit schon für jede Menge ethnischer Säuberungen in den letzten Jahrtausenden gesorgt hat. Der Mörder vom Freitag lebt offenbar mit diesem Absolutheitsgedanken im Hinterkopf, und nicht nur da. Christ und Nationalist. Kreuzzug und Pogrom.

Ich muss zugeben, ich finde die Berichterstattung der bisherigen Tage teilweise sehr suspekt – und zwar sprachlich. Wäre der Täter Nationalist und Moslem gewesen – was die gleiche explosive Mischung ist und zu den gleichen Taten hätte führen können – dann stünde das Wort „Terror“ in jeder Überschrift – wäre es ein Kommunist gewesen, dann natürlich auch. Nun ist es aber ein Rechtsextremist, ein Nationalist und Christ, von mir auch gerne einfach kurz Nazi genannt – ich finde, man kann es auch mit dem Differenzieren übertreiben. Ich zitier mal Wiki: „Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. Das Ausüben von Terror zur Erreichung politischer, wirtschaftlicher oder religiöser Ziele nennt man Terrorismus.“ Nun Schrecken wurde verbreitet, das ist mal sicher, politisch und religiös motiviert stimmt auch, also sprecht gefälligst von TERROR! Das macht ihr sonst doch schon, wenn irgendwo in Berlin ein Mercedes brennt.

Auch anderes ist bedenklich. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass der Täter in seinem Facebook-Account stehen hatte, dass er World of Warcraft gut findet. Das also ist bemerkenswert? Wenn er es gespielt hat, mag ja sein, dann war er einer von über zehn Millionen, in Zahlen 10 000 000! Soll das irgendeinen Zusammenhang mit seiner Tat haben? Oh weh, er hat schon Tausende von virtuellen Gegnern umgebracht, für einen solchen Menschen ist es auch kein Problem, sich als Polizist zu verkleiden, eine große Menge Kinder und Jugendliche zusammenzurufen und dann zu erschießen, wer ihm vor die Flinte kommt – machen die ja alle so. Nationalismus und ein fundamentales Verständnis seiner Religion sind irgendwie näher liegende Erklärungen. Weil WoW wirklich nur sehr selten das Weltbild eines Menschen bestimmt, Religion und Ideologie aber immer.

Und noch eins! Amoklauf ist es, wenn jemand ausrastet, wenn jemand sowas macht, wie nun in Norwegen passiert, genau und perfide geplant, dann ist das kein Amoklauf liebe Printmedien, dann ist das ein Terroranschlag oder ein Massaker oder ein geplanter Massenmord, sucht euch was aus, aber wer noch einmal Amoklauf schreibt, dem wird jegliche Beherrschung der deutschen Sprache aberkannt – oder kurz, wer da weiter von Amoklauf schwafeln will, sollte endlich mal seine Fresse halten …. sorry, bin da irgendwie nicht so diplomatisch heute.

Vielleicht – ich weiß, es wird vermutlich nur ein Wunschtraum bleiben – wird dieser Terroranschlag von Utøya nicht zur weiteren Angstmache genutzt; aber die größer werdende Gefahr aus Reihen der nationalistischen und religiösen Rechten sollte endlich auch etwas mehr in die Aufmerksamkeit gerückt werden.

Cataclysm – Die Gebiete Hyjal und Vashj’ir

Nach fast zwei Jahren gibt es noch mal einen WoW-Blogeintrag, und vermutlich folgen noch ein paar. Nun ist also Cataclysm, das neue Add-on für World of Warcraft, seit einem Monat auf den Rechnern und es ist Zeit, mal in diese neue Welt zu schauen. Natürlich reicht dieser eine Monat meines unregelmäßigen Spieles noch nicht aus, um schon ein ernsthaftes Urteil sprechen zu können – aber es scheint so aufgebaut zu sein, dass die Langzeitmotivation wieder ein wenig größer ist, als bei „Wrath oft the Lichking“ – und das vor allem, weil vieles schwerer ist, vor allem Hero-Inis und der Einstieg ins Reich der Raids. Mein Main(-character) ist inzwischen 85, aber den Eintritt in Heros hat er noch nicht geschafft, auch dafür die Ausrüstung zu sammeln ist gar nicht mal so einfach.

Aber die Überschrift sagt ja auch nichts über ein Urteil über den Cataclysm, es geht erstmal darum, die neuen Gebiete kennenzulernen. Aus den einstigen Erfahrungen bei „The Burning Crusade“ hatte Blizzard schon für die letzte Erweiterung den Schluss gezogen, dass es sinnvoll sei, zwei Anfangsgebiete anzubieten. Und möglichst sollten beide auch noch attraktiv sein. Vashj’ir und Hyjal sind das beide auf ihre Weise.  Vashj’ir ist das erste Unterwassergebiet in ganz WoW, und Hyjal ist einer der legendären weißen Flecken auf der Landkarte Azeroths – bisher waren nur wenige Prozent der WoW-Spieler überhaupt dort gewesen, wenn sie denn in den Höhlen der Zeit einen der schwierigsten Raids der Burning-Crusade-Ära bestritten hatten. Ich bin Casual-Gamer, so weit war ich in diesen Zeiten nie gekommen. Also gibt es genügend Gründe, in beiden Gebieten unterwegs zu sein.

Hyjal: Am Berg Hyjal stand einst der Weltenbaum Nordrassil, und die Druiden dieses Gebietes haben diesen wieder zu neuem Leben erweckt. Jetzt aber ist Ragnaros, der alte Feuergeist, aus den Tiefen seines Gefängnisses ausgebrochen und bedroht das junge Riesenpflänzchen mit seinen Scharen. Der Hyjal ist ein zerklüftetes Gebiet mit hohen Bergrücken und tiefen Tälern – grafisch nichts wirklich neues, allerdings ist der Flammenthron ein mehr als beeindruckendes Gebäude, und in so ziemlich jedem Tal steht ein alter Altar eines Halbgottes aus dem Bereich der Natur. Neben Schildkrötengott Tortolla und dem überirdischen Wolf Goldrinn trifft man unter anderem auch auf Cenarius selbst, dessen Anhänger man schon in diversen Gegenden getroffen hat. Wie bei allen neuen Questgebieten ist die Questerei sehr linear geworden. Will heißen, man bekommt seine Questen für die erste Ecke vom Hyjal, erledigt diese, und wird dann weitergeschickt. Und dabei verändert das Gebiet dann auch gleich mal sein Äußeres – im Hyjal geht das so weit, dass ein großes, von Ragnaros‘ Schergen verwüstetes und verbranntes Gebiet wieder geheilt wird, natürlich nur aufgrund des Einsatzes, den man als Spieler selbst geleistet hat.

Das Phasing, das es ja schon in einigen Nordend-Gebieten gab, hat Blizzard nun noch einmal weiterentwickelt – ständig verändern sich Gebiete, nachdem man Questen erledigt hat, man kommt zurück und schwupps, da gibt es auf einmal andere NPCs, Sachen hören auf zu brennen, die tollsten Sachen passieren. Eben diesen Phasings ist die Linearität des Questens geschuldet. Einerseits ist das sehr positiv, denn man erlebt die ganze Geschichte mit, die sich die Macher für die Gebiete haben einfallen lassen – es gibt zwischendurch auch Filmchen und andere gescriptete Ereignisse, woran man merkt, dass wir Lichtjahre vom Classic-WoW entfernt sind, denn das war alles beim Launch von WoW technisch noch so nicht möglich. Andererseits fühlt man sich natürlich schon recht stark in ein Korsett gezwängt. Dadurch, dass es hier ständig Folgequests gibt, kann man nicht einfach mal drei oder vier Questen auslassen – sollte mal eine Quest verbuggt sein, so könnte man einfach an das Ende eines Gebietes geraten, obwohl eigentlich noch vieles zu tun wäre. Am Ende des Hyjal-Questens stehen epische Kämpfe an der Seite der Naturgötter und viel blaue Ausrüstung, die ein stückweit weiterhelfen sollte.

Vashj’ir: Eigentlich fährt man aufs Meer hinaus und meint, gegen Schiffe der Horde antreten zu müssen, aber egal mit welchem Charakter man raus fährt, die Schiffsroute hat ein Krakenproblem und man wird unter Wasser gezogen. Und wenn man nicht glücklicherweise einen Hochschamanen vom irdenen Ring – einer neuen Fraktion des Cataclysms – treffen würde, ertränke man jämmerlich. Also startet man in einem Wrack, in dem es glücklicherweise noch eine Luftblase gibt. Jetzt ist man aber der mehr oder weniger einzige Held hier, und für ein paar Sachen, die man schwimmend einsammelt, gibt es eine Verzauberung, die in Zukunft immer dann aktiviert wird, wenn man das Gebiet Vashj‘ir betritt – die Schwimmgeschwindigkeit wird deutlich erhöht und man kann unter Wasser atmen – was aber leider nur in Vashj’ir funktioniert, in anderen Gebieten kann man genauso ertrinken, wie vorher. In dieser bonbonbunten Aquariumswelt kämpft man vor allem gegen Nagas und Gesichtslose, muss hier und da mal Schätze finden und verwandelt sich in Visionen der Vergangenheit sogar in eine mächtige Naga-Fürstin, in deren Haut man einen früheren Krieg miterlebt. Wenn man erst mal mit der manchmal verwirrenden Möglichkeit der Kämpfe auf diversen Höhenebenen klar kommt, und die manchmal sehr knalligen Farben nicht schrecken, ist auch Vashj’ir ein faszinierendes Gebiet, in dem man viel Spaß haben kann – nebenbei: es ist für Kürschner viel besser geeignet als Hyjal, soll aber für Kräutersucher schlechter sein (nur Hörensagen).

So, das wäre es zu den ersten beiden Gebieten, mehr kommt, wenn die anderen drei Gebiete auch durchgequestet sind.


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AION vs. WoW

In der Welt der Online-Rollenspiele gibt es bald einen neuen Wettbewerber: AION – das bringt die Community dieser Spielart doch gleich mal dazu, erbitterte Diskussionen zu starten, ob AION denn nun besser ist als WoW, unglaublich unsinnig die Frage, da man ja noch nicht mal wirklich AION bisher hat spielen können. Aber da ich nun mal die Klappe nicht halten kann, habe ich mich mal in die Diskussion eingemischt:

„Ich weiß nicht, wieso hier eigentlich so verbittert diskutiert wird. ich spiele seit BC WoW, habe DD, Heal und Tank erfolgreich gespielt, und bin auch noch aktiv, wenn auch nicht mehr so heftig, weil der neue Patch gerade ziemlich nervt. Ich habe so ziemlich alle Blizzard-Games vorher gespielt, fühle mich in WoW zu Hause, weil Blizzard dieses Spiel, wie alle zuvor, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet hat, viel Humor beweist – der allenfalls manchmal in der deutschen Lokalisation ein bisschen peinlich wird – wer braucht schon Käptn I.GLU?

Nach einer gewissen Spielzeit und drei 80ern wird mir WoW gerade ein bisschen langweilig und manchmal denke ich, ich würde heute gar nicht einloggen, wenn ich nicht noch die Juwe-Daily machen wollte – auf der anderen Seite macht mir eine Sache im Moment immer noch Spaß, ich level ein paar Twinks – und sehe dabei wieder mal, wie cool die Classic-Gebiete gemacht sind, wie gut sie trotz manchmal pixeliger Texturen noch aussehen, und wie gut zum Beispiel die Lernkurve zur Beherrschung der Klassen gemacht ist. Da habe ich noch keine Ahnung, wer da wirklich dran kommen wird – mal schauen.

Weil ich neugierig bin, habe ich auch in andere MMOs reingeschaut, in Runes of Magic für ziemlich genau zehn Minuten, das reichte, in LOTRO und WAR auch mal deutlich länger, aber schon allein, wie die Chars da liefen, hat mich total abgeschreckt, ich fand nicht wirklich etwas Neues – LOTRO war unglaublich behäbig und langweilig, WAR hatte hier und da netten Humor und durchaus nicht uninteressante Charakterklassen – aber es konnte einfach nicht fesseln. Und dann macht man doch WoW an und ist wieder zu Hause und die anderen MMOs können einen eher periphär tangieren.

Viele, mit denen ich früher mal WoW gespielt hab, sind jetzt im AION-Fieber, und die Videos, die ich gesehen habe, sind wirklich schick – aber vor allem sagen viele, dass AION Feeling hat – etwas, wovon LOTRO und WAR nur träumen können. Nun, ich werde reinschauen, am Wochenende vielleicht mal ein bisschen am Rechner eines Freundes ausprobieren, und wahrscheinlich werde ich auch zu denen gehören, die es ausprobieren – nicht, weil ich WoW plötzlich für ein doofes Spiel halte – das ist es nicht, auch wenn die letzte Änderung mit den Marken relativ sinnlos war, zumindest fühlt es sich für mich so an. Ich werde es ausprobieren, weil ich es mit ein paar netten Leuten zusammen spielen kann, mit Leuten, bei denen ich mich darauf freue, ihre Stimmen im TS zu hören – Spaß machen wird das auf jeden Fall, wenn dann das Spiel auch noch seine Erwartungen einlöst – vielleicht bleibt dann der WoW-Acount mal ein bisschen ungenutzt.“