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68 – Ein Aufruf!

November 5, 2009

68, ein Jahr hat die Welt verändert, das Denken, die Moral, vielleicht hat es die Welt sogar mehr befreit, als das ursprünglich gewollt war. Für mich, der ich sechs Jahre später geboren wurde, ist 68 eine Legende. Ich bin mit diesem Jahr groß geworden, mit seiner Verteufelung, mit seiner Idealisierung.

Nun will ich gerne mehr wissen. Mehr über die Zeit und die Bewegung erfahren – natürlich geht es nicht nur um das Jahr selbst, sondern um die ganze Bewegung, die man mit dem Begriff 68 grob beschreibt. Viele der markanteren Daten sind bekannt, aber die sind nur in zweiter Linie interessant. Mir geht es nicht um die historische Berichterstattung, auch nicht um die historische Einordnung, mir geht es um die Geschichten dieser Zeit. Geschichten, Anekdoten, die Atmosphäre dieser Zeit will ich sammeln und daraus letztlich ein Theaterstück schreiben.

Deswegen möchte ich hier die aufrufen, die 68 erlebt haben, die mittendrin waren, die diese bunt gefärbten Jahre so richtig mitbekommen haben, mir ihre Geschichten zu erzählen oder aufzuschreiben. Egal ob Texte, Ton- oder Videoaufnahmen, alles, was erzählt wird, möchte ich gern haben und erfahren. Das können die Erinnerungen von heute an damals sein, das können aber auch Tagebucheinträge und ähnlich persönliche Texte aus der Zeit sein. Diskreter Umgang mit allen Daten ist natürlich garantiert – im Theaterstück werden alle Namen, die nicht zum Zeitgeschehen gehören, natürlich geändert.

Wenn es räumlich nicht allzu weit von mir entfernt ist, komm ich auch gerne auf ein Interview mit dem Diktiergerät vorbei.

Alle Materialien oder Anfragen bitte per E-Post an die folgende Adresse schicken: hollarius@gmx.de – persönliche Antwort ist garantiert.

Schon im Voraus vielen Dank, es grüßt der Hollarius

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Gefunden und rumgezeigt II

November 2, 2009

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Twitter-ABC II

November 2, 2009

D wie Dämlich: Geisteszustand der durchaus nicht bei Damen häufiger vorkommt, als bei anderen Wesen … jeder hat daran seinen Anteil …

E wie ekstatisch: Wonnevoll das Hirn ausschalten, bei Religionen bedenklich, ansonsten eigentlich wünschenswert – den meisten aber peinlich.

F wie fatalistisch: Ähm, lasst es mich so erklären … ach, egal …

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Quick – Neues Spielzeug: Google Wave

Oktober 28, 2009

Aufgrund freundlicher Einladung bin ich nun bei Google Wave gelandet, dieses ist mein Account: hollarius@googlewave.com … wer mit mir Wellen auslösen will, mag mich adden … ;)
immerhin habe ich auch schon meinen ersten Wellenchat gehabt, ist schon spannend … wie wird das erst, wenn das Ding so richtig mit allem funktioniert …

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Kritik

Oktober 27, 2009

Ich hasse Kritik, wie alle Regisseure hasse ich Kritik. Beschwert sich jemand, halte ich mir die Ohren zu. Hat jemand bessere Ideen als ich, dann bin ich demjenigen persönlich auf Monate hin sauer. Ich bin Regisseur, ich bin Chef …

So, einmal den Quatsch hingeschrieben, ich befürchte, solche Regisseure gab es mal, gibt es hier und da vielleicht noch, aber ich jetzt persönlich, bin nicht so. Ich finde Kritik richtig gut. Ich finde alles gut, was dem Stück hilft. Und wenn andere bessere Ideen haben als ich, dann setze ich diese Ideen um.

Aber eine Sache ist doof, wenn Kritik schwammig und unkonstruktiv kommt. „Finde ich nicht gut“, ist immer ein Totschlagargument, jedes „Nein“ ohne Begründung ist der Tod aller Kreativität – schon ein „Nein“ mit Begründung kann im falschen Moment furchtbar sein, aber ohne Begründung …

Das Problem ist natürlich auf der einen Seite, dass die unkonstruktive Kritik nicht weiterhilft, schlimm ist das, klar, aber noch viel schlimmer ist das Gefühl, das dabei rumkommt. Man hat ein Gefühl für sein Stück, vielleicht sogar ein kleines bisschen Euphorie, will mit Freude weitermachen, und dann schlägt diese Art von Kritik so richtig in die Magengrube. Denn die transportiert eine Sache: Negative Energie. Und die ist im Allgemeinen immer ein Problem – ich setze sie nur in einem Fall künstlich ein, wenn ein Ensemble zu euphorisch vor einer Vorstellung ist – dann nämlich braucht es ein bisschen negative Energie, um zurück zur Konzentration zu kommen. Im Probenprozess brauch ich negative Energie ungefähr so dringend wie einen Tritt in den Unterleib.

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Weil es so schön …

Oktober 26, 2009

… zum vorherigen Video passt … aber bitte bis ganz zum Ende anschauen …. erst dann passt es so richtig …

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Mehr Klicks bitte für dieses Video:

Oktober 26, 2009

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Aufgeschnappt und weitergeplärrt VI:

Oktober 25, 2009

„Warum heißt es Gebet, wenn ich zu Gott spreche, und Psychose, wenn Gott zu mir spricht ?“

gerade bei Klaus Klinke #hierwirdslustig gefunden …

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Über Pornografie

Oktober 25, 2009

Ja, ich mach mir über sinnvolle und weniger sinnvolle Sachen Gedanken, ich weiß, und Pornografie ist nach landläufiger Ansicht wenig sinnvoll. Nun ja, ich bin ledig und habe Hormone, also muss ich gewisse angestaute Energien auch schon mal abbauen, und selten, früher war das häufiger, nutze ich dafür auch mal Pornografie.

Irgendwann in dieser Woche gab es einen Bericht über den Niedergang der Pornobranche, über immer weniger Filme, die verkauft würden – inzwischen ist dieser Markt fast vollständig im Internet zu Hause, man kann schon mit wenig Aufwand dort Geld verdienen, wenn man keine Scham hat und diese aber zeigt.

Naja, so spannend fand ich den Bericht jetzt nicht, aber es war eine Spielszene aus einem Amateurporno zu sehen, und die hat mich zum Denken gebracht. Natürlich war sie schlecht gespielt, dass ist ja eigentlich Tradition in der Pornografie, aber gar nicht außergewöhnlich schlecht gespielt, nur normal schlecht – ich hätte innerhalb von fünf Minuten den Dialog besser schreiben können und ihn auch mit den Darstellern so einproben, dass es echt gewirkt hätte – und in der Sendung klang das so, als ob das am Amateurstatus der Darsteller gelegen hätte …

Hm, also erst mal verdienten die Leute da Geld mit dem was sie taten, also sind sie keine Amateure, die das nur zum Spaß machen und weil sie die Kunstform so lieben, das sind Profis. Nun, ich habe keine sehr große Pornoerfahrung, aber ich habe auch keinen noch so professionellen Porno gesehen, in dem große Schauspielkunst geliefert wurde, nur wenige waren besser als die Laiendarsteller (auch nicht Amateure, denn das hat mit Liebhaberei ja so gar nichts zu tun) in diesen schrecklichen Billigserien K11 oder Niedrig & Kuhnt (ja, niedrig kommt ganz gut hin).

Pornografie ist voll von schlechtem Schauspiel, man sieht so viel Sex wie schlechtes Schauspiel – genau deswegen bediene ich mich eher ungern dieses Mittels, ich komm mit der Ästhetik einfach nicht klar.

Und dann habe ich mich gefragt, warum das so ist, warum in Pornografie so schlecht gespielt wird – wenn doch kurz auf das Spiel folgend etwas wirklich gemacht wird, was Schauspieler dann doch vermeiden und faken. Dustin Hoffman hat vor Rainman monatelang mit Autisten zusammen gelebt, um das möglichst echt zu spielen – Pornodarsteller haben dieses Problem nicht, sie vögeln wirklich. Eigentlich eine gute Vorraussetzung, um auch sonst gut zu spielen. Jetzt könnte man natürlich glauben, es  läge daran, dass alle, die Pornos machen, automatisch schlechte Schauspieler sind – da glaube ich aus Prinzip nicht dran, habe ich doch schon große Mengen schlechter Schauspieler gesehen, die richtig eingesetzt, gute Leistungen erbracht haben, und außerdem schlummern in viel mehr Leuten schauspielerische Talente, als man das landläufig so meint.

Man könnte auch meinen, na ja, das liegt halt daran, dass sich in Pornos niemand Mühe gibt – sorry, aber auch das ist Blödsinn, es gibt doch diese alten Hochglanzpornos, vor allem aus den USA, die viel technisches Know-How und edelstes Ambiente zeigten … und sauschlechtes Schauspiel – meistens besser als in Gerichtsshows und bei K11 aber immer noch ziemlich barbarisch. Mühe gab man sich da schon, aber es half nichts.

Ich denke, es gibt zwei Gründe, auf der einen Seite den Inhalt, und auf der anderen Seite die Notwendigkeit, sich bei der Schauspielerei zu öffnen. Inhaltlich ist das ganz einfach, es gibt einfach keinen relevanten Inhalt bei einem Porno, der ist ja dafür gemacht, möglichst wenig Inhalt zu haben, dafür aber viele primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale und alles mögliche, was man mit denen machen kann. Natürlich beißt es sich auch, so lange Pornografie von den meisten Menschen als widerlich und unsinnig verstanden wird, eine bloße Befriedigung für die Massen, ähnlich verwerflich wie illegale Drogen oder ein Besuch im Puff. So lange können Pornos mit Inhalt nicht weit kommen, weil naturgemäß der (Schleim-)Hautanteil zu gering ist.

Alle Versuche, Inhalt in die Pornos zu bringen, war aber auch in so weit zum Scheitern verurteilt, wie man dann ja in Richtung Spielfilm geht, aber der Spielfilm ist der Roman unter den Filmen, das ist gleich so viel Inhalt, dass einfach keine Zeit mehr fürs Poppen bleibt – natürlich gibt es ein paar Kunstfilme die eigentlich Pornos sind, das heißt, maximale Hautquote zeigen, aber die firmieren eben wieder nicht als Pornos – ich hab ja Antichrist nicht gesehen, aber nach allem, was man davon hörte … ich schweife ab.

Würde man Pornofilme und –filmchen – denn im Internet sind keine neunzig Minuten gefragt – als eine Kunstform sehen, dann müsste man ihr Ziel sehen und verfolgen. Das Ziel von Pornografie dürfte dann allerdings auch nicht die schnelle Triebbefriedigung sein, sondern die Erregung von Erregung. Davon, dass man irgendwelche gynäkologisch interessanten Großaufnahmen sieht, wird doch niemand ernsthaft leidenschaftlich – alles, was diese Aufnahmen können, kann man auch durch Viagra erreichen oder eine liebevolle Hand. Aber was wäre, wenn da Leute wirklich – gut gespielt – über einander her fielen, sich die Seele aus dem Leib vögelten – wäre das nicht auch für ein breiteres Publikum interessanter – oder würde man davor schockiert zurückweichen, weil man so viel Sex nicht verträgt, weil so viel Leidenschaft nur Eifersucht erregt, und nicht Erregung?

Auf jeden Fall scheint mir mehr Inhalt, als der einer Kurzgeschichte, in einem Pornofilm nicht transportierbar – aber so viel Inhalt wäre sicher machbar, kleine Filme die in Echtzeit spielen, und in denen Leute Sex haben, das könnte durchaus interessant sein, wenn die Darsteller nicht den langweiligsten Sex ihres Lebens spielen – wobei der vermutlich schon wieder enorm viel Humorpotential haben dürfte.

Aber es gibt da ja noch ein anderes Problem. Die Schauspielerei selbst. Die nämlich erfordert, dass man nicht in Wirklichkeit sondern übertragen die Hosen runterlässt – und das muss in einer Situation, in der man nichts an hat und im Scheinwerferlicht an andere Menschen geschlechtlich angedockt ist, schwieriger sein, als wenn man normalerweise auf einer Bühne oder vor einer Kamera steht. Seine echte Leidenschaft vor dem Publikum ausbreiten und nicht das, was die Pornowelt üblicherweise dafür hält? Das ist nicht einfach. Ohne diese ganzen lasziven Manierismen, die Frauen üblicherweise zu dummen und willigen Gummipuppen stilisiert, oder die bräsigen Machosprüche, die aus Männern Hornochsen machen – ja, das Horn ist Fakt, der Ochse aber auch. Aber ohne dieses Programm einen Porno machen? Erst Hupen drücken, dann Frau dockt oral an, in manchen Fällen sind wir ja sogar so emanzipiert, dass der Mann dann den Wühler macht, und dann wird in drei Positionen gevögelt, die Frau simuliert einen kleinen Höhepunkt – üblicherweise nicht zu wild – und am Ende zieht der Mann raus, um zu zeigen, dass er wirklich was verspritzen kann – Herzlichen Glückwunsch! -, aber das können fast alle Männer … I am not impressed!

(Ich bin mir nicht sicher, ob das Programm sich inzwischen nicht etwas geändert hat, die letzten ausgeliehenen DVDs sind schon ein bisschen her – aber es waren schon DVDs.)

Also Porno ohne die Manierismen, ohne ein zu erfüllendes Programm, ohne Stellungen, die so gewählt werden, dass man möglichst viel sieht, und deswegen, weil alles andere weg ist, muss dann auch das Spiel gut sein, echt sein – dann könnte Pornografie sogar eine echt nette Sache sein.

Übrigens, wo ich gerade darüber nachdenke, komme ich irgendwie darauf, dass die Pornografie die letzte dramatische Kunst ist, in der noch solche Manierismen vorherrschen, wir sind da noch genauso in der Steinzeit wie die Comedia dell’Arte oder die chinesische Oper – sogar das Musical hat ein paar herrliche Abweichungen von seinen Manierismen geschafft.

Würde eine solche neue Pornografie etwas ändern – ich glaube ja, ich glaube, dass eine Pornografie, die nicht in billigen Klischees festsitzt und mit Kreativität vögelt, die ganze Branche normalisieren würde. Auf der einen Seite ist ja eine große Demokratisierung durch die Pornografie gegangen, und die sogenannte „Amateur“-Richtung hat die ganze Branche völlig durcheinandergewürfelt, das Internet hat die Wege völlig verändert – und dennoch keineswegs den Umsatz geschmälert, nur in andere Kassen gespült. Aber letztlich bleibt es eine verschrieene Sache, von der man sich fernhält, wenn man einen gewissen Bildungshorizont hat – oder von der man sich zumindest offiziell fernhält. Ich glaube, dass trotz dieser Schwemme von Pornografie, „gute“ – also gut gespielte und mit ein wenig Inhalt versehene – Pornografie sogar immer noch Sprengkraft hätte.

Konsequenzen? Nein, keine, natürlich nicht, ist nicht meine Richtung. Und ich werde nicht so von meiner Hose regiert, dass ich einen Traum davon hätte, ausgerechnet Pornoregisseur zu werden …

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Twitter-ABC I

Oktober 25, 2009

A wie Albern: höherer, nur auf den ersten Blick unproduktiver, Geisteszustand, in dem Grenzen eingeebnet werden, wenn dafür Zeit ist.

B wie billig: keine Definition, aber ein paar Assoziationen: Supertalente, Fertigessen, Plastikkleidung, Wahlsiege der FDP …

C wie Christlich: Zu 5% ernst gemeint, zu 95% eine Chance das Gehirn auszuschalten, konservativ, faschistoid und xenophob zu sein.