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Am Tage der Erinnerung …

… an die Opfer des Holocaust darf man sich ruhig fragen, ob wir gelernt haben? Wissen wir es heute wirklich besser? Ist die Ablehnung der Denkweisen der Nazis heute so umfassend, wie wir uns das gerne vormachen und vormachen lassen?
Mit Betroffenheit sehen wir, dass eine gar nicht so kleine Gruppe in Deutschland Zuwanderung als das größte politische Problem sieht. Angestachelt wird dies durch rassistische Kampagnen, die den alten nie ausgeräumten Hass gegen Sinti und Roma anstacheln – denn das ist gemeint, wenn sie „Bulgaren“ oder „Rumänen“ sagen. Die Nazis haben Sinti und Roma in die KZs verschleppt und umgebracht. Wir gedenken der Opfer.
Mit Beklemmung sehen wir, dass wir keine Geheimnisse mehr haben. Informationen werden erhoben, die Niemanden was angehen, unser Menschenrecht auf Intimsphäre wird mit Füßen getreten. Als die Nazis den Staat an sich rissen, war die GeStaPo das wichtigste Mittel, um eine sichere Herrschaft zu etablieren. Sie nutzten Informationen aus, um Menschen gefügig zu machen, nutzten alte Informationen – Stichwort „Rosa Listen“ – aus, um Homosexuelle zu verfolgen und zu ermorden.  Politische Gegner, vor allem Sozialdemokraten und Kommunisten, wurden kaltgestellt, und wenn das nicht reichte, ermordet. Wir gedenken der Opfer.
Mit Unverständnis sehen wir die Bilder der Gewalt gegen Demonstranten auf dem Taksim-Platz, aber auch in Frankfurt oder Hamburg. Eine Atmosphäre der Gewalt wird erzeugt, man muss befürchten, bei friedlichen Demonstrationen mit Wasserwerfern Bekanntschaft zu machen, oder auch mit Tränengas. Man kann sich nicht sicher sein, ob man nicht in einem Kessel landet oder von Polizisten mit dem Schlagstock angegriffen wird. Die Nazis nutzten für ähnliche Zwecke erst SA, dann SS und Polizei. Wer politisch aufbegehrte, wurde verprügelt und konnte sich seines Lebens nicht mehr sicher sein. Wir suchen eine Atmosphäre der Freiheit.
Mit Erschrecken sehen wir die zig Morde, die Nazis in den letzten Jahren begangen haben. Morde und Hetzjagden, die von der Polizei nicht verhindert werden, brutale Anschläge gegen Leib und Leben, bei denen „Fremdenfeindliche Hintergründe nicht ausgeschlossen werden können“. Das Relativieren, das Aufrechnen von zersplitterten Schaufensterscheiben mit Toten, die wegen der falschen Hautfarbe ihr Leben verloren. Bevor die Nazis an die Macht kamen, von Konservativen an die Macht gebracht wurden, wurden sie auch verharmlost, ihre Verbrechen mit dem halb geschlossenen rechten Auge übersehen. Am Ende davon stand Ausschwitz, waren Millionen Juden industriell ermordet. Wehret den Anfängen.
Erinnerung schmerzt. Aber sie ist so nötig. Der Kampf gegen Faschismus ist nicht vorbei, der gegen Rassismus und Nationalismus muss immer im eigenen Kopf anfangen. Auch das ist schmerzhaft, aber nötig. Wir müssen aus der Geschichte lernen, wir wollen nicht, dass diese Geschichte sich wiederholt.
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Quick – Erinnerungen für Nachgeborene VIII

Heute sind PET-Flaschen an aller Munde, nur Wasser und Alkoholika werden noch hauptsächlich in Glas verpackt. In der Rückschau scheint es noch gar nicht lange her, dass es Cola nur in Glasflaschen gab. Cola-Kisten waren dementsprechend viel schwerer und natürlich schmeckte die Cola besser – nehmt mich bloß nicht ernst. Kult waren die Knibbelbildchen, die man aus den Schraubverschlüssen der Flaschen herausknibbeln konnte. Die ersten PET-Flaschen habe ich in Saalbach-Hinterglemm, also in Österreich, gesehen und gekauft, das ist gut zwanzig Jahre her und wir waren auf einer Skifreizeit. Da gab es riesige Einwegflaschen, sehr dünn und nicht gerade formstabil. Mit Luft gefüllt konnte man sich damit hervorragend prügeln, mit Wasser gefüllt wehrte man sich auf recht drastische Weise gegen schneeballwerfende Typen aus der Nachbarschule. Coole Sache.

Quick – Erinnerungen für Nachgeborene VII

Noch was zum Fernsehen:
Früher gehörten einige Sendungen zu den festen Terminen in der Woche. Eine davon war die Hitparade im ZDF – noch bevor ich so etwas wie einen Musikgeschmack ausbilden konnte, war Musik natürlich wichtig.
Funktionierte in den ersten Jahren meiner Existenz sogar Schlager ganz gut, so war die große musikalische Revolution Anfang der 80er die Neue Deutsche Welle. Anarchistisch und sinnentleert, perfekt für junge Menschen unter zehn Jahren – und die Show, die die gemacht haben damals, die war einfach nur genial schräg. Nebenbei waren die Erwachsenen von so viel Anarchismus ziemlich überfordert – da ich prinzipiell ein eher oppositioneller Geist bin, fand ich das einen großen Vorteil. „Im Tretboot in Seenot“ … „Ich seh den Sternenhimmel“ … „Jajajajetzt wird wieder in die Hände gespuckt …“ – Ach ja …

Quick- Erinnerungen für Nachgeborene VI

Irgendwann in der Grundschule, vermutlich im Bereich der dritten oder vierten Klasse, habe ich verstanden, was Atomwaffen ungefähr machen und das es auf den beiden Seiten des damals immer aktuellen Kalten Krieges genug davon stehen, um das Leben auf der Erde auszulöschen. Ein unheimliches Gefühl.

Quick – Erinnerungen für Nachgeborene V

Computer, die Zweite:
Mein erster Computer war ein 386er mit 4 MB Arbeitsspeicher (das Notebook, dass ich gerade auf dem Schoß habe, hat 3 GB) und einer Festplatte von 105 MB – heute bekommt man schon winzige Speicherchips für Handys und Kameras mit 4 und 8 GB … von Festplatten reden wir lieber mal nicht … ein Spiel, dass ich auf diesem Computer ganz gerne spielte, war California Games … vor vier Jahren bekam ich dann das ersteHandy, auf dem ich das gleiche Spiel spielen konnte … die Fortschritte sind manchmal wirklich beängstigend …