Archiv für den Monat Juli 2012

Quick – Realpolitik / Kompromiss / Opposition

Jetzt, wo Sommerloch herrscht, kann man sich ja ruhig mal grundsätzliche Fragen stellen. Abgesehen davon sind unsere Abgeordneten hier in NRW, sofern sie nicht im verdienten Urlaub sind, recht tätig und man merkt, wie sie etwas werden, nämlich Realpolitiker.
Und das ist es im Prinzip auch, was wir von unseren Politikern immer fordern. Es geht ja darum, über Parteigrenzen hinweg um gute Anträge zu streiten, gegen Schlechtes vorzugehen, Gutes zu unterstützen, und das mit Verbindung zur oft feindseligen Basis. Das ist alles nicht so leicht.
Durch die gute Einbindung der Abgeordneten in die Parteistrukturen vermischen sich dabei natürlich häufig Parteiarbeit und Abgeordnetenarbeit, und natürlich haben die MdLs, obwohl sie vor ein paar Monaten noch exakt das gleiche wie wir waren, nämlich einfache Basispiraten, nun einen höheren Stellenwert in mancher Diskussion.
Bei aller Hochachtung vor den 20Piraten, die wir ja völlig zu Recht gewählt haben, und deren Arbeit ich schätze, sehe ich die Gefahr, dass sich da Probleme auftun. Partei und Fraktion haben nämlich nicht nur unterschiedliche Voraussetzungen und wir müssen nicht nur die Finanzierungen stark getrennt halten, wir müssen da auch in der politischen Arbeit verschiedene Aufgaben erfüllen.
Während die Fraktion an ganz konkreten Problemen arbeitet, Anfragen stellt, Gesetzesentwürfe erarbeitet und sich durch Akten wühlt, ist es der Job der Partei, an ihrem Grundsatzprogramm zu arbeiten und sich in Diskussionen zu positionieren – die Sache mit der Meinungsbildung. Will heißen, wo die Fraktion alle fragt, sich informiert und diese Informationen gerne mit der Partei teilt – ich bitte da zumindest drum – kümmert sich die Partei um größeren Zusammenhänge, diskutiert und streitet, und muss in der Außenwirkung auch mal klare Kante zeigen. Die Partei muss auch mal der böse Cop sein, die Abgeordneten dürfen gerne die netten Cops sein, so lange es nützt. Die Partei muss sich aus dem Fenster lehnen dürfen – so lange die Basis das will, ist klar – Realpolitik ist gut und schön, und wenn man sie auch erklären kann, dann ist das wirklich schön. Aber man muss auch mal auf Schlagzeilen aus sein, bis zu einem gewissen Punkt ist sogar Polemik ein wirkstarkes Mittel der politischen Hausapotheke. Und eine klare Positionierung, damit Wähler wissen, für was wir so stehen, auch die ist eine tolle Sache.

Advertisements

Quick – 35 000 Klicks

Ich erinnere mich noch, wie ich über die ersten zweitausend Klicks gejubelt habe, jetzt sind 35 000 Besuche auf meiner Seite, und im Moment kommen im Schnitt tausend Klicks pro Monat hinzu. Das ist immer noch relativ weit von einem prominenten Blog weg, aber immerhin nun ein Blog, der gelesen wird.
Das hier ist der 373ste Artikel, 327 Kommentare habe ich genehmigt und 1114 Tags habe ich angelegt – ich gebe zu, ich übertreibe da ein bisschen.
Aber genug der Zahlen. Ich freue mich weiterhin über jeden, der mal vorbeikommt und lesen mag, was ich so verzapfe. Ich freue mich übrigens auch besonders über Kommentare – also zumindest über die, die mich nicht beleidigen oder sonstwie herumtrollen, die lösche ich nämlich -, und natürlich über Verlinkungen und Verbreitungen – und, nicht zu vergessen, ich freue mich natürlich auch, wenn man den Flattr-Button drückt.
Also, weiterhin viel Spaß auf Hollarius.de!

Batman, Bane und eine unlogische Bombe

Nun also „The Dark Knight Rises“, der dritte Film einer kleinen Serie um den Fledermausritter, die sicherlich ihren Platz in der Filmhistorie einnehmen werden, und wenn es wegen der heute schon legendären Schauspielleistung des zu früh verstorbenen Heath Ledger als Joker im zweiten Film. Und das kann man  schon mal im Voraus sagen, eine ähnlich ansprechende Leistung ist im dritten Teil nicht zu sehen – das gibt die Geschichte in diesem Fall aber auch nicht her.

SPOILERWARNUNG – wer den Film noch nicht gesehen hat, ich erzähle teilweise unverblümt, was passiert, also Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Christopher Nolan, auserkorener Nachfolger von Stanley Kubrick, hat in diesem Batman vieles richtig gemacht. Sparsam setzt er ein paar Lacher, die dafür dann aber auch wirken, sein Bösewicht Bane ist wirklich einigermaßen böse, speziell, weil er so freundlich und geschliffen spricht – ich frage mich, ob er das im Englischen auch macht. Die Geschichte könnte ein bisschen überraschender sein, hat aber eine schöne Endgültigkeit – aber wie so gerne bei Nolan, so richtig mitfühlen kann man eigentlich nicht. Nun das wäre keine Neuigkeit, keine Motivation für einen Blogpost. Kommen wir also zu den wichtigen Punkten.

Erst mal die Sozialkritik: Erst ist es die Meisterdiebin Catwoman, die davon spricht, dass eine Revolution unterwegs ist, später ist es Bane, der die Revolution predigt. Und das macht er auch noch richtig charismatisch, auch wenn man als Zuschauer immer weiß, dass das für ihn nur ein Trick ist. Und einiges, was da gesagt wird, darüber, dass irgendwelche Börsenheinis die Menschen ausnutzen und ausbeuten, darüber, dass immer mehr Geld bei den wenigen zusammen kommt, die eh schon genug haben, das ist absolut richtig. Bane konnte einem da richtig sympathisch werden. Allerdings gibt es da zwei Interpretationen. Nolan bringt diese Argumente, damit sie ausgesprochen werden, und dabei sit es egal, ob Bane sie ausspricht oder jemand anderes. Die andere Interpretation ist unsympathischer: Es ist Bane, der solches ausspricht, damit die Zuschauer von aller Sozialkritik weg gebracht werden. Eine Konnotation mit dem Bösewicht sagt, dass solche Gedanken selbst schon böse sind. Und das wäre bei den momentanen sozialen Verhältnissen in den USA – aber auch immer mehr bei uns – schon enorm zynisch.

Am Ende bleibt alles, wie es ist, also politisch, und das ist dann in Ordnung? Also, wenn die Probleme schon angesprochen werden? Sorry, finde ich so nicht in Ordnung.

Die andere Sache. Es geht um eine Neutronenbombe mit einem Explosionsradius von sechs Meilen, wie im Film erklärt wird. Diese bringt Batman mit dem Hubschrauber-Bat innerhalb einer Minute so weit weg, dass man nur noch die Explosion in der Ferne sieht. Ähm, wie schnell soll dieser Hubschrauber sein? Und die zuschauenden Einwohner von Gotham kriegen keine Druckwelle ab? Das Meer kommt nicht drei Minuten später in einer riesigen Flutwelle? Müssten nicht Tonnen an Wasser verdampft sein, das Meer kochen, und dadurch Riesenwellen ausgelöst werden – bin ich jetzt so ein Physiknixblicker? Und warum hat eigentlich ein Kernreaktor, der instabil wird, einen Countdown bis zur Explosion? Kann man so was sekundengenau bestimmen?

Das waren jetzt nur ein paar Unstimmigkeiten die uns gestern nach dem Film so auffielen. Jetzt ist mir schon klar, dass Logik nicht das wichtigste in einer Comic-Verfilmung ist. Aber eine solche Verharmlosung von Atomwaffen, das finde ich auch ganz schwierig. Und es ist einfach ein Bruch der Film-internen Logik und Physik – und das darf man auch in noch so fantastischen Genres gar nicht. Ist ein vielfach geschriebenes ungeschriebenes Gesetz der Erzählkunst.

Ja, mir hat der Film über weite Strecken Spaß gemacht, ja, Nolan versteht sich auf gute Bilder, aber ein Klassiker wird dieser Batman nicht.

Carpe Noctem / Vierter Podcast / Extremismusbegriff

Wir können es nicht sein lassen, es gibt einen weiteren Podcast, und man findet ihn HIER!

(Und jetzt machen wir eine Woche Pause, weil der ThoroughT ne Woche mit Latex um sich schlagen will 😉 )

Quick – Carpe Noctem Podcast 3 – Von Nazis und so weiter:

Liebe Freunde der Nacht, wir haben einen neuen Podcast am Start, hier ist der Link!

 

Macht übrigens ziemlich viel Spaß, wir würden uns aber auch noch über mehr Rückmeldung freuen. Ansonsten: Bitte weiter verteilen 😉